FachbegriffeFachbegriffe

An dieser Stelle wird der Versuch unternommen, Fachbegriffe aus dem Schwimmsport etwas genauer zu erläutern. Dabei geht es vor allem um die verschiedenen Punktetabellen, von denen immer mal wieder gesprochen wird und um Datenformate.

DSV-Tabelle

Die DSV-Tabelle wird auch als schwimmsportliche Leistungstabelle bezeichnet und dient der Berechnung von zeitabhängigen Punkten im Bereich des deutschen Schwimmverbands. Die Tabelle ist altersunabhängig und gibt für jede Strecke ab 50m eine Zeit vor, die 1000 Punkte ergibt. Mit dieser 1000-Punkte-Zeit ist es dann möglich, jede geschwommene Zeit in eine Punktzahl umzurechnen. Eine Begrenzung nach oben gibt es nicht.

Die DSV-Tabelle wird von der Fachsparte Schwimmen des DSV jeweils am Ende eines olympischen Jahres festgelegt und ist dann für vier Jahre gültig. Die Leistungen auf einer DMS werden anhand dieser Tabelle in Punkte umgerechnet und addiert. Aber auch auf vielen anderen Veranstaltungen werden Punkte anhand der DSV-Tabelle vergeben, z.B. um die beste Leistung einer Veranstaltung zu ermitteln oder um Mehrkampfwertungen durchzuführen.

Nachteil der DSV-Tabelle ist vor allem das Fehlen der 25m-Strecken und die Absolutheit der Punkte. Da die Tabelle altersunabhängig ist, sind junge Sportler oft benachteiligt.

Bis zum Jahr 2004 hat der DSV mit seiner Tabelle auf die Vorgaben durch die LEN zurückgegriffen und keine eigene Tabelle gehabt. Da die Tabelle der LEN aber abgeschafft worden ist, hat der DSV für die Periode 2005 bis 2008 erstmals eine eigene Tabelle heraus gegeben. In manchen älteren Ausschreibungen findet man auch heute noch den Begriff LEN-Punkte, womit in der Regel aber Punkte nach der aktuellen DSV-Tabelle gemeint sind.

Der DSV aktualisiert seit 2012 diese Tabelle NICHT mehr sondern verwendet statt dessen die FINA-Tabelle.

FINA-Tabelle

Die FINA-Tabelle arbeitet ähnlich wie die DSV-Tabelle mit dem Unterschied, dass zwischen Kurzbahn und Langbahn unterschieden wird. Sie dient der Berechnung von zeitabhängigen Punkten. Die Tabelle ist altersunabhängig und gibt für jede Strecke ab 50m eine Zeit vor, die 1000 Punkte ergibt. Mit dieser 1000-Punkte-Zeit ist es dann möglich, jede geschwommene Zeit in eine Punktzahl umzurechnen. Eine Begrenzung nach oben gibt es nicht.

Nachteil der FINA-Tabelle ist vor allem das Fehlen der 25m-Strecken und die Absolutheit der Punkte. Da die Tabelle altersunabhängig ist, sind junge Sportler oft benachteiligt.

Die FINA-Tabelle wird jährlich zwei Mal vom Weltschwimmverband FINA überarbeitet und herausgegeben. Dabei werden im Frühjahr die Langbahnzeiten und im Herbst die Kurzbahnzeiten angepasst. Im Bereich des deutschen Schwimmverbands ersetzt die FINA-Tabelle seit 2012 die DSV-Tabelle.

Masters-Tabelle

Die Punktetabelle der Masters ist auch unter dem Namen Aschaffenburger Tabelle bekannt. Sie wurde ursprünglich entwickelt, um die Punkteberechnung für die DMS der Masters zu ermöglichen, wird heute aber auch auf anderen Mastersveranstaltung verwendet. Inzwischen gibt es jeweils eine Tabelle für die Kurzbahn und eine Tabelle für die Langbahn.

Mit dieser Tabelle ist es möglich, die geschwommene Zeit altersklassenabhängig in Punkte umzurechnen. Dabei gibt die Tabelle für jede Strecke und Altersklasse an, welche Zeiten 1000 Punkte ergeben. Diese 1000-Punkte-Zeiten werden auch Referenzzeiten genannt und von der Fachsparte Masters des DSV festgelegt. Mit einer Berechnungsformel ist es möglich, jede geschwommene Zeit anhand der Altersklasse in Punkte umzurechnen. Dabei ist die Berechnung gedeckelt, d.h. die maximale Punktzahl beträgt 1250 Punkte. Mit der Masterstabelle können nur Leistungen für die Altersklasse 20 und älter berechnet werden. Wird die Masterstabelle auf jüngere Schwimmer angewendet, so ergeben sich immer Null Punkte!

Die Referenzzeiten für diese Tabelle werden regelmäßig von der Fachsparte Masters angepasst und auf der Internetseite der Fachsparte veröffentlicht.

Rudolph-Tabelle

Die Rudolph-Tabelle wurde von Dr. Klaus Rudolph entwickelt und dient der Leistungsbeurteilung von Schwimmern. Mit dieser Tabelle werden anhand einer geschwommenen Zeit und anhand der Altersklasse Punkte zwischen 0 und maximal 20 vergeben. Dadurch können nicht nur die Leistungen der verschiedenen Strecken ab der Altersklasse 8 miteinander verglichen werden, sondern bei Betrachtung mehrere Strecken ist es möglich, das Leistungsniveau eines Sportler besser einzuschätzen. Zusätzlich ermöglicht die nach Altersklassen unterteilte Tabelle einen Vergleich von jungen und älteren Sportlern, da jeder anhand seines Alters bewertet wird.

In vielen Kreisen, Bezirken und Landesverbänden werden die Punkte aus der Rudolph-Tabelle verwendet, um die Einstufungen in die verschiedenen Leistungskader vorzunehmen. Die Tabelle wird jährlich überarbeitet und vom deutschen Schwimmverband veröffentlicht. Das Copyright der Tabelle liegt bei Dr. Klaus Rudolph. Zu der Tabelle gibt es vom Autor ein eigenes Vorwort

DSV-Format

Das DSV-Format ist ein Datenformat, dass speziell für den elektronischen Austausch von Daten im Schwimmsport entwickelt worden ist. Ursprünglich stammt dieses Format vom Westdeutschen Schwimmverband. Früher wurden diese Dateien oft auf einer Diskette versendet, heute ist es üblich, die Dateien auf einer Internetseite zu veröffentlichen oder per E-Mail zu verschicken.

Dateien im DSV-Format sind Textdateien, die bestimmten Formatvorschriften unterliegen. Die Dateiendung ist in der Regel .dsv6. Dabei gibt es verschiedene DSV-Dateien, die sich in ihrem Inhalt unterscheiden und damit unterschiedliche Funktionen haben:

  • Ausschreibungsdateien beinhalten die Ausschreibung einer Veranstaltung, also den Veranstaltungsort, die Meldeanschrift, die Wettkampffolge, eventuelle Pflichtzeiten und das Meldegeld. Diese Dateien werden vom Ausrichter einer Veranstaltung zur Verfügung gestellt.
  • Meldedateien beinhalten die Einzel- und Staffelmeldungen eines Vereins inklusive der notwendigen Angaben zum Verein. Meldedateien werden von den meldenden Vereinen an den Ausrichter gesendet, so dass dieser die Meldungen nicht manuell eingeben muss, sondern einlesen kann. Der offizielle Meldebogen des DSV und eine Kontrollausdruck zu den Meldungen sollten immer zusätzlich zur Verfügung gestellt werden.
  • Vereinsergebnisdateien beinhalten alle Ergebnisse eines Vereins und können nach der Veranstaltung vom Ausrichter der Veranstaltung zur Verfügung gestellt werden. Dabei werden in dieser Datei nur die Ergebnisse von einem Verein aufgeführt.
  • Wettkampfergebnisdateien beinhalten alle Ergebnisse von allen Vereinen. Sie spiegeln damit das Protokoll einer Veranstaltung wieder, wenn auch aufgrund einiger Schwächen des Formats unter Umständen nicht alle Wertungskategorien der Veranstaltung abgebildet sind. Diese Datei kann vom Ausrichter zur Verfügung gestellt werden. Jeder Ausrichter von Veranstaltungen im Bereich des Deutschen Schwimmverbands ist verpflichtet, innerhalb von 3 Tagen nach Ende einer Veranstaltung diese Datei bei DSV einzustellen.

Seit Anfang 2016 gilt ausschließlich das DSV-Format in der Version 6.

LENEX-Format

Das Lenex-Format ist ein Datenformat, dass speziell für den elektronischen Austausch von Daten im Schwimmsport entwickelt worden ist. Es handelt sich dabei um das Datenformat des europäischen Schwimmverbands LEN (LENEX = LEN Exchange Format). Das Lenex-Format gilt in vielen europäischen Ländern als Standardformat zum Austausch von schwimmspezifischen Daten.

Dateien im Lenex-Format können entweder gepackt (Dateiendung .lxf) oder ungepackt (Dateiendung .lef) vorliegen. Strukturell ist eine Lenex-Datei eine XML-Datei und unterliegt damit allen Vorteilen dieses modernen Datenformats. Anders als im DSV-Format gibt es im Lenex-Format keine unterschiedlichen Dateien für unterschiedliche Inhalte. Ob es sich um eine Ausschreibungs-, eine Melde- oder eine Ergebnisdatei handelt, spielt keine Rolle. Grundsätzlich können im Lenex-Format alle Informationen untergebracht werden.

Das Lenex-Format bietet neben den Möglichkeiten zur Übertragung von Ausschreibungen, Meldungen und Ergebnissen noch diverse andere Angaben, die durchaus nützlich sind. So kann mit einer Lenex-Datei auch der elektronische ENM-Abgleich oder die Übermittelung von Rekorddaten erfolgen. Auch die Darstellung eines Meldeergebnisses mit Angabe von Lauf und Bahn ist mit einer Lenex-Datei möglich. Anders als im DSV-Format können vom Standard abweichende Strecken (z.B. Kraul-Beine) in einer Lenex-Datei auch exakt wieder gegeben werden.

Im Bereich des Deutschen Schwimmverbands wird das Lenex-Format derzeit nur für den elektronischen ENM-Abgleich und für die Rekorddateien offiziell unterstützt.

Da das Lenex-Format mehr und detaillierte Informationen beinhaltet als das DSV-Format (z.B. alle vorhandenen Zwischenzeiten), ist es gerade für Trainer besonders interessant, Daten im Lenex-Format zu erhalten. Der prinzipielle Ablauf zum Einlesen von Ausschreibung oder Ergebnisse bzw. zum Versenden von Meldungen unterscheidet sich dabei nicht zum DSV-Format. Lediglich der Inhalt der verwendeten Datei unterscheidet sich, dies wird jedoch von den verwendeten Softwareprodukten berücksichtigt und ist für den Anwender nicht von Belang.